Welche unangenehmen Nebenwirkungen hat das Haarwuchsmittel Finasterid?
Eine lästige und relativ bekannte Nebenwirkung des Haarwuchsmittels Finasterid sind sexuelle Funktionsstörungen. Es gibt aber auch andere unangenehme Nebenwirkungen.
Finasterid hemmt das Enzym, das das männliche Hormon Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. DHT spielt eine wichtige Rolle bei Haarausfall (erblich bedingtem Haarausfall), da es die Haarfollikel auf der Kopfhaut schrumpfen lässt und schließlich die Haarproduktion einstellt. Durch die Blockierung dieses Enzyms reduziert Finasterid die DHT-Menge im Körper um etwa 60–70 %, verlangsamt so den Haarausfall und fördert mitunter das Haarwachstum.
Zu den wichtigsten möglichen Nebenwirkungen zählen verminderte Libido (vermindertes sexuelles Verlangen), Erektionsstörungen (Schwierigkeiten oder Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten), vermindertes Ejakulatvolumen oder Veränderungen des Orgasmus sowie Hodenschmerzen. Diese Symptome können bei einem kleinen Prozentsatz der Anwender (etwa 1–2 %) auftreten.
In seltenen Fällen können sie auch nach dem Absetzen von Finasterid fortbestehen – dies wird mitunter als Post-Finasterid-Syndrom bezeichnet, obwohl dieses Thema in der medizinischen Fachwelt noch diskutiert wird.
Zu den weiteren, weniger häufigen Nebenwirkungen gehören Brustspannen oder -vergrößerung (Gynäkomastie) sowie Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen (selten).
Quelle: https://academic.oup.com/jsm/article-abstract/9/11/2927/6886761
Autor: Prof. Dr. Dirk Devroey - Neuestes Update: 2025-10-31 - Urheberrechte: Clinifacts 2026
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