Ist Peniskrebs häufig?
Viele Menschen wissen wenig über Peniskrebs, doch es ist wichtig, ihn zu kennen. Peniskrebs ist in Europa selten, kann aber unbehandelt schwerwiegend sein.
Peniskrebs ist selten. Er tritt jährlich bei etwa einem von 100.000 Männern auf. In den Niederlanden entspricht dies etwa 100–120 Neuerkrankungen pro Jahr. In Belgien sind es rund 70–90 Neuerkrankungen jährlich. Dies macht weniger als 1 % aller Krebserkrankungen bei Männern aus. Anders ausgedrückt: Peniskrebs ist etwa 50–100-mal seltener als Prostatakrebs.
In einigen Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens ist er deutlich häufiger, bis zu zehnmal häufiger. Dies hängt mit mangelnder Hygiene, unbeschnittenen Männern und einer hohen Prävalenz von HPV-Infektionen (humanes Papillomavirus) zusammen.
Die Hauptrisikofaktoren sind chronische Reizung oder mangelnde Hygiene, HPV-Infektion, Phimose (Vorhautverengung), Rauchen, fehlende Beschneidung, ein Alter über 50 Jahre und Immunsuppression.
Es gibt Symptome, die auf Peniskrebs hindeuten können, wie z. B. eine Wunde, ein Knoten oder eine warzenartige Läsion an der Eichel oder Vorhaut, Blutungen oder Ausfluss, Schmerzen oder Brennen sowie eine Vergrößerung der Leistenlymphknoten, falls der Krebs gestreut hat. Viele Männer warten aus Scham lange, was häufig zu einer verzögerten Diagnose führt.
Vorbeugung kann durch gute Genitalhygiene, HPV-Impfung (auch für Männer wirksam!), Behandlung einer Phimose und Raucherentwöhnung erreicht werden. Eine Beschneidung ist nur im Erwachsenenalter für Männer sinnvoll, die unter schlechten hygienischen Bedingungen leben.
Quelle: https://uroweb.org/guidelines/penile-cancer
Autor: Prof. Dr. Dirk Devroey - Neuestes Update: 2025-11-06 - Urheberrechte: Clinifacts 2026
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