Was ist Endobiogenese?
Die Endobiogenie (oder endobiogene Medizin) ist ein alternativer medizinischer Ansatz, der versucht, Gesundheit und Krankheit durch die innere Regulation des Körpers, insbesondere durch das Hormon- und das neuroendokrine System, zu erklären.
Die Endobiogenie wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Frankreich von Christian Duraffourd entwickelt und später unter anderem von Dr. Max Tétau weiterentwickelt.
Sie basiert auf der Annahme, dass der Körper ein einziges dynamisches Regulationssystem darstellt, das primär von Hormonen und dem autonomen Nervensystem gesteuert wird, und dass Krankheiten durch Ungleichgewichte in dieser Regulation entstehen, nicht durch einen einzelnen Defekt.
Anstelle einer Diagnose, die auf einer Krankheitsentität (z. B. Bluthochdruck) beruht, wird das funktionelle Profil des Patienten betrachtet (z. B. übermäßige Cortisol-Dominanz).
Die Endobiogenie beinhaltet eine Blutanalyse mit endobiogenen Charakteristika. Gängige Blutwerte (Hämoglobin, Leukozyten, Elektrolyte usw.) werden verwendet und zu komplexen Verhältnissen kombiniert, die angeblich den Hormonhaushalt, die Stressreaktion, die Entzündungsneigung und die Stoffwechselaktivität widerspiegeln.
Diese Indizes sind in der Schulmedizin nicht validiert.
Die Behandlung umfasst häufig Phytotherapie (Pflanzenextrakte) und mitunter homöopathische oder Kombinationspräparate. Ziel ist die Regulierung der inneren Regulation, nicht die Unterdrückung der Symptome.
Es liegen keine großen, gut konzipierten randomisierten Studien vor, die die Wirksamkeit der Endobiogenie belegen.
Quelle: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3833585/
Autor: Prof. Dr. Dirk Devroey - Neuestes Update: 2025-12-28 - Urheberrechte: Clinifacts 2026
|
|