Ist eine Ganzkörper-MRT als Vorsorgeuntersuchung sinnvoll?
Für die meisten Menschen ist eine Ganzkörper-MRT als Vorsorgeuntersuchung nicht sinnvoll. In bestimmten Fällen kann sie erwogen werden, doch in der Regel überwiegen die Vorteile die Risiken.
Ganzkörper-MRT wird als Allheilmittel beworben und verspricht die Früherkennung von Krebs und anderen Erkrankungen ohne Strahlenbelastung (anders als bei der CT). Das klingt verlockend, doch die medizinische Realität ist differenzierter.
Von einer Ganzkörper-MRT wird abgeraten, da MRT-Geräte extrem empfindlich sind und dadurch viele Zufallsbefunde entstehen. Bei 30 bis 70 % der gesunden Bevölkerung werden Auffälligkeiten festgestellt. Diese sind meist harmlos (Zysten, Narben, Variationen), führen aber häufig zu weiteren Untersuchungen, Biopsien und unnötigem Stress für den Patienten.
Es gibt keine überzeugenden Belege dafür, dass eine Ganzkörper-MRT das Leben verlängert, die Krebssterblichkeit senkt oder bessere Ergebnisse als gezielte Vorsorgeuntersuchungen liefert. Zudem werden wichtige Diagnosen wie Lungenkrebs, Darmkrebs, koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen und Stoffwechselerkrankungen oft übersehen.
Eine MRT ist sinnvoll, wenn ein deutlich erhöhtes genetisches Risiko besteht (z. B. BRCA, Li-Fraumeni, Lynch-Syndrom), zur Stadieneinteilung und Verlaufskontrolle einer bekannten Krebserkrankung oder bei bestimmten medizinischen Indikationen, die von einem Arzt empfohlen werden. In diesen Fällen handelt es sich um gezielte MRT-Untersuchungen, nicht um eine allgemeine Standarduntersuchung.
Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jmri.26736
Autor: Prof. Dr. Dirk Devroey - Neuestes Update: 2025-12-31 - Urheberrechte: Clinifacts 2026
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